Anne-Marie Girard 1
Anne-Marie Girard 2
Ich stamme vom Land, aus einer gegend in Frankreich voll von verlassenen Häusern.
Die kleinen Omas, die da gewohnt haben, sind vor 5, 10 oder 20 Jahren gestorben und eines Tages sind ihre Häuser abgeschlossen worden.
Ich wollte diese Zeit im Stillstand darstellen.
In diese Häuser eindringen ist wie in einen Raum eintreten, wo nicht getrauert wurde. Das Geschirr steht noch im Spüllbecken, der letzte Einkauf von Shampoo oder Medikament liegt noch auf dem Tisch
mit dem Kassenzettel, das Ticken der Küchenuhr ist noch im ganzen Haus zu hören, aber das Skelett eines Vogels ruht schon auf dem Wohnzimmerboden. Ich habe dort Tapetten, alte Postkarten und
Kleidungen gesammelt und das Innere der Häuser fotographiert. In meiner Arbeit liegeb diese verschiedenen Entdeckungen aufeinander.
In einer nahegelegenen Mülldeponie habe ich eine volle Handtasche von Anne-Marie Girard gefunden. Diese Frau ist vermutlich in den 60er Jahren gestorben.
Für mich verkörpert Anne-Marie Girard die Frau, die in jedem dieser Häusern hätte wohnen können.