Steckbrief Matthias Wurm

o.T. - Okinawa/Tokio I -V


Der erste Eindruck, den ein Reisender von Tokio gewinnt, sind riesige, konstruierte urbane Räume, die durch blinkende Leuchtreklamen, Plakate, monumentale Größe und ohrenbetäubende Wucht gegenseitig um Aufmerksamkeit kämpfen. Die traditionelle japanische Architektur wird immer mehr zurückgedrängt, es entsteht eine sterile, surreale Betonwüste. Bei genauerem Hinsehen aber entdeckt man darin kleine Oasen, Überbleibsel japanischer Gartenästhetik und armselige Renaturierungsversuche, die danach trachten, die extremen Auswüchse des Urbanen harmonisch einzudämmen. In seinen Fotografien setzt Matthias Wurm die modernen Stadträume so ins Bild, dass diese kleinen, sonst so unscheinbaren Überreste des natürlich Gewachsenen wieder mit dem konstruierten schrill pulsierenden Großstadtrummel mithalten können. Die mittels digitaler Bildbearbeitung verschobene Farbskala überträgt diese künstliche Ästhetik auf das Natürliche. (Text:Matthias Wurm)